Unsere besten Fototipps

Unsere besten Fototipps für gelungene Tieraufnahmen

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Wollt ihr von eurer Urlaubsreise nach Afrika tolle Aufnahmen mitbringen? Eure Fotos müssen ja nicht den Ansprüchen von Hochglanzmagazinen und professionellen Fotografen gerecht werden, aber mit ein paar einfachen Grundlagen solltet ihr vorzeigbare, tolle Bilder mit fast jeder Kamera hinbekommen.

Eins sollte euch allerdings klar sein, wirklich gute Tieraufnahmen brauchen Zeit, Geduld und viel Glück. Ihr müsst zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Genauso wie jede Menge Ausschuss wahrscheinlich ist, um einige wenige tolle Fotos zu bekommen.

Also habt keine Scheu und drückt so oft es geht auf den Auslöser!

 

Welche Kamera solltet ihr für eine Tiersafari haben

Hier geht es nicht darum die beste Spiegelreflexkamara und das tollste Objektiv sich zu beschaffen. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit mit einer Profikamara bessere Bilder zu machen höher als mit eurem Smartphone.

Unsere Erfahrung ist jedoch, dass weniger hier mehr ist. Folgende Kriterien waren für unsere letzte Kameraanschaffung die Wichtigste:

  • Hohe Brennweite (800 mm oder mehr)
  • Guter Sensor und gutes Objektiv
  • Kompaktkamara (ohne Wechselobjektive)
  • Möglichkeit von 4k Aufnahmen
  • Hohe Bildqualität (mind. 16 Megapixel)
  • schneller Autofokus
FZ-1000
FZ-1000

Am Ende haben wir uns für eine sogenannte Bridgekamera entschieden, die zum Einen ein Objektiv mit Brennweiten von 24 – 600 mm haben, zum anderen bessere Sensoren als Kompaktkameras bieten, so dass dieser Typ von Kamera irgendwo zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkamera liegt.

Durch die elektronische „Verkleinerung“ des Sensors (sog. Crop-Faktor) kann die Brennweite noch vergrößert werden (auf ca. 1000 mm).

In diesem Bereich sind Spiegelreflexkameras und entsprechende Objektive teuer und auch schwer! Auch ist hier ein Stativ Pflicht, sonst können keine scharfen Aufnahmen entstehen.

Unsere Empfehlung - Die Panasonic Lumix FZ-1000 oder FZ-2000

 

 

Wie entstehen gelungene Tieraufnahmen

Hier gelten die klassischen Regeln der Fotografie – Motiv sollte im goldenen Schnitt liegen (die meisten Kameras bieten Gitternetzlinien im Sucher / Bildschirm, die die entsprechenden Hilfslinien einblenden).

Zusätzlich solltet ihr unbedingt darauf achten, dass die Augen des Tieres scharf abgelichtet werden. Dazu fokussiert ihr zuerst auf die Augen und wählt dann erst den betreffenden Bildausschnitt.

Lange Brennweiten, die für gelungene Tieraufnahmen oft gebraucht werden bringen das Risiko mit sich, dass die Aufnahme verwackelt. Viele Kameras bieten eine Stabilisierungsfunktion, die oft am Objektiv direkt eingestellt werden kann (mechanischer Schalter). Wir nutzen auch auf unseren Reisen ein Kissen als Auflage um die Kamera einen festen Halt zu geben.

Achtet auch auf die Verschlusszeiten – Tiere bewegen sich und Verschlusszeiten von weniger als 1/250 sind oft durch die Bewegung im Bild verwackelt.

Achtet auch auf das Umfeld – seht ihr Landschaft, andere Tiere oder Umgebung und versucht diese mit in das Foto einzubeziehen. Tiere in „Aktion“ vor die Kamera zu bekommen ist ein aufregendes Erlebnis und bieten die beste Basis für gute Tieraufnahmen.

 

Beste Tageszeit / Reisezeit für Tiersafaris

Breitmaulnashorn
Breitmaulnashorn in der Abendsonne

Zwischen 11 und 3 hat der Fotograf frei (alte Fotografen-Weisheit). Die gilt in Afrika aus mehreren Gründen:

1. In der Mittagshitze schlafen die meisten Tier oder liegen träge im Schatten.

2. Das Licht ist zu dieser Zeit besonders ungünstig für gelungene Aufnahmen.

Am meisten „Aktion“ findet ihr in den frühen Morgenstunden oder späten Nachmittagsstunden. Also am besten macht ihr euch sofort zu den entsprechenden Öffnungszeiten der Gates auf euren „Morning-Drive“ und plant die Zeit am Nachmittag so, dass ihr mit der Schließung des Gates im Camp eintrefft.

 

Beste Orte

Haltet grundsätzlich eure Kamera immer bereit – eigentlich gibt es keine guten und schlechte Orte in den Nationalparks für gelungene Bilder. Gelegenheiten ergeben sich immer!

Grundsätzlich sind die Gegenden mit Wasser in der Nähe – also Fluss oder Wasserloch von den Tieren bevorzugt und die Artenvielfalt ist dort größer. Verbuschte Landschaften eignen sich dagegen weniger gut, da es hier unheimlich schwer ist ein gelungenes Foto zu machen.

Tiere benutzen oft die Fahrwege als Wanderpfade – gerade die großen Tiere (Nashörner, Elefanten, Giraffen, aber auch Löwen) versperren öfter den Weg.

Vergesst auch nicht auf die Bäume zu schauen – Leoparden jagen überwiegend nachts und ziehen ihre Beute auf die Bäume. Dort verbringen sie dann auch die Zeit über Tag.

Verhalten von Tieren beobachten

Hier ist eigentlich nur ein Punkt wichtig – die meisten Tiere haben eine Fluchtdistanz. Das heißt, wenn ihr mit Fahrzeug zu nah kommt, werden die meisten Tiere sich in einen sicheren Bereich zurückziehen.

Beobachtet das Verhalten von Tieren und nehmt euch Zeit dafür – es entspannt die Seele und mit der Zeit lernt man auch die Verhaltensweisen kennen.

Tiere bewegen sich schneller als ihr denkt, wenn ihr als versteht, in welche Richtung sich ein Tier bewegt oder welche Reaktion als nächstes kommt fällt es euch leichter, die Kamera auf den richtigen Punkt zu bringen.

Noch ein allgemeiner Tip: Schaltet den Motor eures Fahrzeuges aus!

Das hat mehrere Vorteile:

  • Die Tiere fühlen sich nicht gestört
  • Ihr schließt aus, dass sich die Vibration des Motors auf eure Kamera überträgt und die Bilder verwackelt.

 

Mit der Technik vertraut machen

Das sollte selbstverständlich sein – jedoch denkt immer daran für gelungene Tieraufnahmen entscheiden Sekunden. Es wäre wirklich schade, wenn eure Aufnahmen auf Grund von falschen Einstellungen nicht gelingen.

Übt zu Hause – geht in einen Tierpark und testet verschiedene Einstellungen. Lernt die Grundfunktionen verstehen:

  • Wie fokussiere ich richtig
  • Nutzt die Blendenautomatik (also gebt eine Belichtungszeit von mind. 1/250 vor)
  • Lernt den Tiefenschärfenbereich zu verstehen
  • Entwickelt eine „Auge“ für den richtigen Bildausschnitt

 

Was ist bei den Kameraeinstellungen zu beachten

Hier die wichtigsten, teilweise bereits angesprochenen Einstellungen noch einmal in der Übersicht:

  • Die Fokussierung

Als Grundregel gilt, dass Auge des Tiers sollte scharf abgebildet sein. Die meisten Kameras haben 2 Druckpunkte (leichtes Drücken fokussiert, Durchdrücken löst aus).

Wir legen in der Regel den Fokuspunkt auf die Mitte, zielen dann auf den scharfzustellenden Punkt, wählen den Bildausschnitt und lösen dann aus.

Mit der Zeit automatisiert sich der Ablauf – denkt daran, es sollte schnell gehen, da sich die Tiere meist in Bewegung befinden und ihr nur wenig Zeit für die Aufnahme habt.

  • BlendenautomatikDas heißt im Umkehransatz, dass ihr die Verschlusszeit der Kamera bestimmt.

    Als Faustregel solltet ihr die Brennweite als Anhaltspunkt nehmen – fotografiert ihr z.B. mit einem Teleobjektiv (400 mm) oder wählt diese Brennweite bei einem Zoomobjektiv solltet ihr eine Verschlusszeit von ca. 1/400 Sek. wählen.

  • Belichtungskorrektur

Je nach Lichtsituation (gerade am Mittag) kann es sich lohnen, die Fotos leicht unterbelichtet aufzunehmen. Dies bringt dann etwas mehr Stimmung in die Aufnahme.

Macht euch also mit dieser Funktion auch vertraut (wir nehmen -1/3 bis -2/3 Blendenstufen).

  • Staubschutz

Hat nur indirekt etwas mit den Kameraeinstellungen etwas zu tun – allerdings ist dies für gute Aufnahmen extrem wichtig.

Die Straßen in den Parks sind manchmal Pisten oder Schotterstraßen und es staubt extrem. Ihr solltet eure Kamera bestmöglich schützen. Wir nutzen immer einen Staubschutzbeutel.

Zum Schutz des Objektives ist ein UV Filter Pflicht – das äußere Objektivglas solltet ihr regelmäßig reinigen.

Nutzt ihr Wechselobjektive achtet bitte beim Wechsel des Objektives darauf, dass ihr möglichst wenig Staub in der Luft habt (schließt die Autoscheiben, Wechsel das Objektiv im Staubschutzbeutel).

 

4k Aufnahmen als neue Technik

Zebra's in Action
Capture aus 4k Aufnahme.

Wir sind inzwischen unter die Filmer gegangen – die heutige Kameratechnik lässt es zu, dass ihr mit HD oder Ultra-HD (4k-Technik) Aufnahmen bis zu einer Größe von 2.160 x 3.840 Pixeln später extrahieren könnt.

Gerade für Tiere, die in Bewegung sind lohnt sich dieser Aufwand!

Ihr könnt so Fotomotive aus der Filmsequenz herausziehen, die als Einzelaufnahme nicht möglich gewesen wären.

Das Beispiel hier könnte man in dieser Dynamik als Fotoaufnahme wahrscheinlich nicht so hin bekommen.

Euch nun viel Spaß beim Experimentieren – wir freuen uns auf eure besten Ratschläge und Tipps in den Kommentaren.

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